SchwarzwaldGegenwind
Gegen die Zerstörung der Heimat

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2018-10-13

10 Jahre Kleines Wiesental – die “gute Stube des Landkreises Lörrach”

Beim Jubeln vergessen: Aus einer „guten Stube“ des Landkreises und seiner Menschen soll eine lärmende und blinkende „Werkstatt von EWS und ENERCON“ werden.

Nun, endlich,  haben wir es einmal wieder von den Großkopferten vernommen: Zur 10-Jahresfeier der Einheitsgemeinde Kleines Wiesental konnte es der/die eine oder andere Laudator/in in seiner/ ihrer Lobeshymne nicht verschweigen. Die Gemeinde Kleines Wiesental ist einzigartig. Und einzigartig mit ihrer wunderschönen, idyllischen Landschaft  und Natur ist sie nach wie vor Attraktion, sie ist die “gute Stube des Landkreises”. So, geradezu schwärmend, u.a. von der Landrätin Marion Dammann und dem CDU-Bundestagsabgeordneten  Armin Schuster vorgetragen.

Was beide in ihrer schwärmerisch mit Begeisterung vorgetragenen Liebeserklärung vergaßen, als sie auch über die Entwicklung des Kleinen Wiesentals sprachen und wohl deshalb nicht erwähnten: Bereits in vollem Gange sind die Planungen  der Elektrischen “Werke” Schönau, EWS, Schönau und ihres Auricher Partnerunternehmens ENERCON. Beide haben sich vorgenommen, die Gemeinde von zwei Seiten – einmal im Westen von Malsburg-Marzell und Endenburg und dann von Osten auf dem Höhenrücken des Zeller Blauen – mit 231 Meter hohen Monster-Windrädern auf ihre Weise auszugestalten. Besser und treffender ausgedrückt: Das Kleine Wiesental in die Zange zu nehmen und  zu verunstalten.

Vielleicht wollte man ja auch nur ganz einfach den Kontrast - nämlich die Zerstörung - zu dieser Einmaligkeit, der Schönheit von Landschaft, Natur und durchaus auch Kultur nicht als Stimmungstöter zur Feier eines runden Jubiläums riskieren. Denn wenn man schon zuvor, wie es offiziell aus maßgeblichem Munde geäußert wurde, „nicht die Pferde scheu machen“ wollte, so hätte eine plastische Darstellung, wie man aus einer „guten Stube“ eine lärmende und blinkende „Werkstatt von EWS“ macht, vielleicht doch den/die eine/n oder andere/n  wachgerüttelt.

Also blieb man lieber beim „Vergessen“, wohl  in der Hoffnung, dass der Umfang und die Auswirkungen weiterhin nicht allen Einwohnern des Tals bewusst werden. Wohlgemerkt: Bevor die Monster-Räder mit Schall, Infraschall, Schattenschlag und ihren gesundheitlichen bis zu tödlichen Folgen für Menschen und Tiere stehen. Und das für 25 bis 35 Jahre.

Insofern gab  es auch jetzt nichts Außergewöhnliches. Vielleicht, gerade, wenn es um Gefühle und die Liebe zu Heimat, Natur und Kultur geht,  hätte es jedoch eine Gelegenheit sein können, in sich zu gehen.

Nein, leider haben sich wieder einmal diejenigen, die schon seit langen Jahren diese Politik des stillen Kämmerleins betreiben, wiederum nichts Besseres einfallen lassen: Verschweigen, Nicht-erwähnen, Bagatellisieren und Schönreden bis hin zum dreisten Lügen.  Es ist genau dieses Instrumentarium, das die Stimmung und das Miteinander in der Gemeinde belastet.
Und somit dürfte es wohl die letzte Eloge auf die wirklich einmalige Landschaft in dieser einmaligen Gemeinde gewesen sein.

Alle anderen, die dies dennoch in späteren Zeiten behaupten würden, sollte es wirklich zur Industrialisierung dieser „einmaligen zauberhaften Landschaft“, dieser „guten Stube“ einmal kommen, dürften sprichwörtlich nicht ganz bei Sinnen sein. Ihnen wären mindestens die Sinnesorgane Augen und  Ohren abhanden gekommen, wenn sie dann bei der nächsten Jubiläumsfeier die gleichen falschen Töne bei ihren Lobeshymnen anschlagen.

 
Übrigens: Die im Vorfeld zum Jubiläum vom Bürgermeister des Kleinen Wiesentals in einem Zeitungsinterview erhobene Behauptung, die Nicht-zur-Verfügungstellung von Flächen für die Windkraft wäre ein möglicher Verstoß gegen das Erneuerbare Energien Gesetz, EEG, ist nachweislich falsch. Herrn Schönbett wurde dieser Sachverhalt mehrfach eingehend mit Quellennachweis einer u.a. vom Bundesministerium der Wirtschaft bezahlten Expertise erläutert. So bereits zweimal vor der denkwürdigen Gemeinderatsabstimmung am 31.01.2018, als der von EWS bezahlte, aber für die Rechtsberatung der Gemeinde engagierte Rechtsanwalt Dr. Schöneweiß ebenso seine eigenwilligen wie auch falschen Einwürfe hierzu machte. Keiner wäre mehr berufen gewesen, diese falsche Darstellung zu widerlegen, als sein während der Jubelfeier ebenfalls anwesender ehemaliger Kollege als Bürgermeister in Bad Bellingen, der jetzige FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christoph Hoffmann. Der hätte ihm den Sachverhalt aus eigener Erfahrung bestätigen können.

Es ist deshalb unverständlich, warum gerade im Vorfeld zu einem Jubiläum diese bewusste Falschdarstellung durch Herrn Schönbett erneut öffentlich erfolgt. Gerade, wenn zeitgleich die „Auseinandersetzungskultur“ und die dabei so gern zitierten “Töne” bei einem „Runden Tisch“ zur Debatte stehen.

Admin - 18:46:20 @