SchwarzwaldGegenwind
Gegen die Zerstörung der Heimat

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2019-04-10

Schön, dass wir uns mal gesprochen haben? - Ein Offener Brief

Der folgende Offene Brief unseres Sprechers an den örtlichen CDU-Vorsitzenden Dieter Vollmer erfolgte vor dem Hintergrund einer an die BI herangetragenen Bitte zu einem öffentlichen Gespräch mit einem EWS-Vertreter in einer von der CDU-Kleines Wiesental vorgesehenen Veranstaltung.

Seit unserem Bestehen haben wir durchgehend die sachbezogene Information der Bürger zum Thema Energie/Stromversorgung gefordert und gefördert. Wir haben dabei eine   o f f e n e   Kommunikation mit dem Austausch von Wissen und Meinungen unterstützt. Aus diesem Grund hatten und haben wir stets grundlegende Vorbehalte zu Gesprächen vorbei an der Öffentlichkeit, bei denen es um das Thema Windkraft ging. Ebenso zur Teilnahme an Veranstaltungen, bei denen Informationen pervertiert werden, so dass der eigentliche Sachverhalt durch die Botschaft entstellt wird. So geschehen zum Beispiel auf den sogenannten „Infomärkten“ der EWS. Mit einer platten Botschaft zur Windkraft, die so durchsichtig war und der Darstellung eigener Interessen diente, dass sie nur einige wenige Hände voll Besucher anlocken konnten.

Wie auch bereits bei dem vom CDU-Vorsitzenden initiierten Runden Tisch, einer Gesprächsrunde zwischen Teilnehmern der Bürgerinitiative einerseits, dem Bürgermeister der Gemeinde, dem Pfarrer, einem SPD-Kreistagsabgeordneten und zeitweilig einem Gemeinderatsmitglied, hatten wir starke Bedenken gegen den Ausschluss der Öffentlichkeit und damit auch der Presse. Denn es ist genau das, was wir am Vorgehen der Windkraft-Planung von Anbeginn gefordert haben: Sagt den Leuten unverblümt, was Sache ist und was auf sie zukommt. Ohne Geschwurbel und Verbrämungen, ohne Ideologie und „Wir-sind-überzeugt-Phrasen“, die nichts anderes bedeuten als „Wir wissen es nicht“! Worte, wie sie immer wieder und nur allzu gern von Vertretern der EWS, so auch deren Vorstand Alexander Sladek gebraucht werden.

Gerade mit diesem Herrn Sladek wünschte sich der CDU-Vorstand, Herr Vollmer, einen Dialog mit uns. Alles das aber, was wir – schriftlich, wie mündlich – von Herrn Sladek bisher vernommen haben, ist mit neutralen, objektiven Sachinformationen zum Thema Windkraft nicht in Übereinstimmung zu bringen. Im Gegenteil, Herr Sladek und seine EWS verfolgen seit langer Zeit ein höchst kommerzielles Ziel. Sie verdienen ihr vieles Geld mit den Möglichkeiten, die ihnen das lobbyistisch geformte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bietet. Das ist recht, das ist billig. Es geschieht zu Lasten aller Stromkunden.

Mit dem Bau von Windkraftanlagen in unmittelbarer Nähe von bislang friedlich lebenden Einwohnern, allerdings, verdient der Herr Sladek sein Geld auf Kosten dieser Einwohner, denen er den Schlaf raubt und deren Gesundheit er gefährdet sowie einer für ihn kostenlosen erheblichen Immobilien-Wertminderung. So seit circa zwei Jahren in Gersbach am Rohrenkopf. Und neben einer beträchtlichen Naturzerstörung und Inkaufnahme von Vogel- und Fledermaustötungen, poliert er keineswegs so ganz nebenbei sein Image im Öko-Marketing für sein Unternehmen als sogenannter „Ökostrom“-Produzent auf. Was ihm bislang als mehr oder weniger Strom-Makler, dem es laut EEG gestattet war, Graustrom als „Ökostrom“ zu verkaufen, nicht so recht gelang.

EWS und Herr Sladek verfolgen also eindeutige Zielsetzungen, seit Jahren. Wir, unsererseits, haben deren Auftreten in Worten und Verlautbarungen verfolgt. Wir haben dabei mit den von uns erwirkten Offenlegungen der mit den Gemeindeverwaltungen geführten Korrespondenz und Schriftsätzen von EWS, ENERCON, Landratsamt und Rechtsanwalt, eine umfassende Übersicht der Darstellungen und Äußerungen von Herrn Sladek vor Augen geführt bekommen. Daraus wird durchgehend deutlich, dass objektive Argumente im Sinne einer rein betriebswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit ohne staatliche gesetzliche Förderung nicht vorhanden sind. Auf dabei sichtbar gewordene widersprechende, sachlich falsche und sogar juristisch bedenkliche Darstellungen und Vorgehensweisen werden wir zu einem späteren Zeitpunkt zurückkommen. Die gebetsmühlenartig gepredigte angebliche Notwendigkeit von Windkraftanlagen auf den Hügeln des Südschwarzwalds steht dabei ebenso substanzlos im Raum und entlarvt sich als inhaltsleeres Gerede, das dem eigenen Vorteil dienen soll.

 
Wir sind zu allen Dialogen mit den Bürgern und der Gemeindeverwaltung bereit, die auf einer sachbezogenen Ebene erfolgen. Wir haben dabei durchaus Verständnis, dass sich Personen im Angestelltenverhältnis oder im Umfeld der EWS in einer nicht leichten Position befinden. Wir haben kein Verständnis, dass, wie auch jüngst wieder für die Öffentlichkeit erkennbar geworden, Gemeinderäte und Bürgermeister ohne sachliche Erklärung den Interessen der EWS statt der eigenen Bürger gerecht werden wollen.
Wir werden jedoch kein Gespräch in der Sache führen können, mit einem Vertreter eines Unternehmens, das auf Teufel komm raus an den betroffenen Bürgern vorbei seine finanziellen Interessen umsetzen will. Bestärkt durch einen Partner ENERCON, dem es auf den Abverkauf seiner Windkraftwerke ankommt und dem jeder Platz recht ist, Hauptsache er findet Wege, die örtlichen und überörtlichen Genehmigungsbehörden vom eigenen sehr eigennützigen Handeln zu überzeugen.

Mit einer Veranstaltung, wie sie sich der CDU-Vorsitzende Dieter Vollmer vorstellt, dürfte sich also jeder sicher sein können, dass Herr Sladek seine Meinung, seinen Opportunismus und seine Geschäftsinteressen nicht würde opfern wollen, um einen Konsens mit den Einwohnern der Gemeinde zu erzielen.

Auch unsere Position ist eindeutig, wir wollen keine Windkraftwerke, die unser aller Leben äußerst negativ beeinflussen würden. Auch wenn es einige, bedeutend weniger werdende, noch nicht verstehen wollen.

Deshalb: Für uns gibt es keine Zeit, keinen Raum für Gespräche nach dem Motto „Schön, dass wir uns mal gesprochen haben“. Wozu, bitte, sollte so etwas gut sein?!

Der Offene Brief an Herrn Dieter Vollmer, CDU-Vorsitzender Kleines Wiesental:

Lieber Herr Vollmer,

vielen Dank für Ihr Schreiben und Ihre wiederholte Bitte zur Teilnahme der BI an einem Pro und Kontra-Gespräch zur Windkraft auf dem Höhenrücken des Zeller Blauen.
Vorweg: Ich bedanke mich noch einmal sehr für Ihre Bemühungen, eine Verständnisebene zwischen Mitgliedern und Unterstützern der BI und dem Bürgermeister mitsamt Gemeinderat sowie Teilen der Bevölkerung des Kleinen Wiesentals herzustellen und dabei auch vorhandene Risse zu beseitigen. Ein Unterfangen, das gerade unter dem Aspekt einer noch nicht vollendeten Einheit der Gemeinde nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Das also damit für die weitere Entwicklung des Zusammenwachsens der Gemeinde von äußerster Wichtigkeit sein sollte. Insofern hätte ich mir dieses Bewusstsein und die entsprechende Initiative zuvorderst von denjenigen erhofft, die für eine solche bedeutende Aufgabe in ihre Ämter gewählt wurden.

Aus meinen Gesprächen mit Ihnen darf ich den Schluss ziehen, dass Sie die Entwicklung der Windkraft im Kleinen Wiesental von Anbeginn mitverfolgt haben. Ich selbst bin hier erst lange nach meinem Zuzug, drei Jahre nach Planungsbeginn mit dem hiesigen Thema konfrontiert worden. Ich wäre es nicht, wäre ich vor meiner Ansiedlungsentscheidung nicht falsch informiert worden. Falsch insofern, als nach ersten Untersuchungen EWS und deren damaliger Partner JUWI klipp und klar in Presseveröffentlichungen das Thema ad actas gelegt hatten. Untermalt mit ebenso eindeutigen Erklärungen des Herrn Alexander Sladek, der die Planungen auf dem Höhenrücken des Zeller Blauen mit dem glasklaren Hinweis auf eine mangelnde Windhöffigkeit und Unwirtschaftlichkeit für beendet erklärt hatte. Worte, die keinen Raum für Missverständnisse übrigließen.

Dass dennoch die Planungen weiterliefen, dieses Mal mit einem anderen Partner der EWS, mit dem Windkraftanlagen-Hersteller ENERCON, wurde erst im Frühjahr 2015 für aufmerksame Beobachter der Gemeindenachrichten sichtbar. Gemeinsam mit anderen habe ich damals umfangreiche Einwendungen in allen nennenswerten Bereichen zum Teilflächennutzungsplan Windkraft der Gemeindeverwaltung zukommen lassen. Eine daraus folgende Diskussion mit Beteiligten, zu denen neben der Gemeindeverwaltung, dem Gemeinderat aus meiner damaligen Sicht auch Vertreter der potentiellen Investoren gehört hätten, wurde nicht ansatzweise in Erwägung gezogen.

Spätestens jedoch in dieser Zeitspanne wäre eine öffentliche Auseinandersetzung nicht nur möglich, sondern dringend notwendig gewesen, um in sachbezogener Argumentation der Bevölkerung, Bürgermeister und Gemeinderat reinen Wein einzuschenken und dabei EWS und ENERCON Grenzen aufzuzeigen.

Um es kurz zu machen: Das Gegenteil war der Fall, offene Diskussionen waren bereits damals nicht erwünscht. Wie sagte es später der von EWS bezahlte Rechtsanwalt der Gemeinde: „Die Entscheidung ist bereits 2012 gefallen“. Die Planungen verliefen also, wie sich leider erst später herausstellte, zwischenzeitlich ungehindert weiter, trotz Dementis und Beschwichtigungen durch insbesondere den Bürgermeister, Herrn Schönbett. Schlimmer noch, seitens EWS wurde mit einer in der Windkraft-Thematik typischen ideologiebefrachteten Angst- und Schrecken-PR die Moralkeule zu den „Verpflichtungen“ jedes Einzelnen hervorgeholt. Vornehmlich unterstützt vom Bürgermeister dieser Gemeinde („Wollt Ihr denn Fessenheim?“, „Wollt Ihr, dass die Holländer oder die Hamburger kommen?“) oder von Vertretern einer Partei, die längst ihre Wurzeln abgeschnitten hat und sich als die neue politische Mitte verstehen möchte.

Getreu diesem Strickmuster hat sich auch in den vergangenen zwei Jahren im Hause EWS nichts geändert. Allein sogenannte mit den Gemeinden verabreichte „Info-Märkte“ (die sich als nichts anderes als simple Werbeveranstaltungen mit einseitigen und zum nicht unerheblichen Teil falschen Darstellungen erwiesen) oder Presseverlautbarungen, in denen man sich „überzeugt“ von der Richtigkeit des eigenen Handelns gibt. Mit allerdings pharisäerhaften, nachweislich falschen Behauptungen, ohne jeden Nachweis - gerade des Herrn Alexander Sladek - zeigen, mit wem es die Bürger dieser Gemeinde zu tun haben.

Mögen sich die Großkopferten der EWS auch noch so sehr im eigenen, vermeintlich ökologischen,Wohlgefallen darstellen. Sie haben hier im Kleinen Wiesental nicht nur den ersten Stein geworfen, sie haben auf schlimme Art und Weise ein ums andere Mal mit Nebelkerzen das ohnehin schon undurchsichtige Verhalten von Bürgermeister und Gemeinderäten verstärkt. Sie tun es noch heute. Nach der von ihnen betriebenen Devise, wir die EWS, wollen die Welt und den Schwarzwald retten, aber hektarweise den Wald opfern (während wir Hambi retten) und von euch, den Einwohnern, erwarten wir, dass ihr dafür Opfer bringt, damit wir, EWS, uns damit bei unseren Zielgruppen, den Kunden in den Metropolen, als sauberer Ökostrom-Anbieter mit grüngefärbtem Graustrom präsentieren können.

Bei genauerem Hinsehen, lieber Herr Vollmer, werden Sie verstehen, dass mit einem Vertreter dieses rein kommerziellen Hintergrunds, der es über Jahre versäumt hat, den Sachverhalt ungeschönt darzustellen, für eine Diskussion kein Raum ist. Weder im Rahmen einer Veranstaltung Ihrer Partei, der CDU, noch andernorts. Herr Sladek zerstört mit seinem Handeln den Lebensraum vieler Menschen – im übrigen auch von Fauna und Flora. Er versteckt seine betriebswirtschaftlichen Interessen mit seinem Unternehmen EWS hinter einer angeblichen Rettung der Welt und des Schwarzwaldes. Dabei nutzt er lediglich die ihm mit dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) gegebenen Möglichkeiten. Nur letzteres ist legitim, mehr ist es nicht.

Bereits seit 2015 fordern wir in Stellungnahmen und Entgegnungen im Gemeinderat – so auch vor Abstimmung und Vertragsunterzeichnung am 31. Januar 2018 – offene Informationsveranstaltungen zum Thema Windkraft. Wir, die von Herrn Sladeks Handeln Betroffenen, wollen und werden uns weiterhin entlang der Gesetzeslage gegen sein moralverbrämtes Vorgehen wehren. Das ist legal und bedarf keiner Diskussion mit einem Interessen-Vertreter, der nicht mit offenem Visier auftritt. Für eine sachbezogene Information, die die Aspekte Mensch, Gesundheit, Natur, Landschaft und Technik umfasst, bieten sich andere, vor allem aber kompetente Referenten an.

Ihre Veranstaltungskommentierung in der Presse, zuletzt im Gemeindeblatt hat zu Irritationen geführt. Sie werden deshalb sicherlich Verständnis haben, wenn ich aus diesem Grunde meine Antwort an Sie zusätzlich im Rahmen eines offenen Briefes der Öffentlichkeit zugänglich mache.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Fischbeck

Admin - 14:02:03 @