SchwarzwaldGegenwind
Gegen die Zerstörung der Heimat

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16.02.2021

LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN — eine neue Version der Weltenretter und ihrer Gehilfen.

Lesen anschließend an diesen Beitrag den Offenen Brief von Harald Senn, aus dem Verein „Erneuerbare Energien Kleines Wiesental“ ausgetretenes Gründungsmitglied über die Entwicklung eines ursprünglich mit guten Absichten angetretenen Vereins hin zu einem Lobby-Instrument von EWS.

Wir werden hier im Kleinen Wiesental gerade Zeuge einer mittlerweile Gewohnheit gewordenen Dreistigkeit aus der Menagerie der Mitläufer, die auf Geheiß und zum Wohlgefallen ihrer Sponsoren, Ideen- und Ideologiegeber das tun, was von ihnen erwartet wird. Mit offensichtlicher Inbrunst und Hingabe werden dabei all die Phrasen gedroschen, mit denen man sich nicht nur selbst in den zurückliegenden Jahren Mut gemacht hat, sondern vielmehr auch die breite Öffentlichkeit hinters Licht geführt hat.

So auch beim Thema Nahwärme im Kleinen Wiesental, bei der sich der Investor, wer anders im Kleinen Wiesental als EWS, zusammen mit dem Herrn Bürgermeister und örtlicher Prominenz noch vor einem Jahr mit großem Tam-Tam unter Beteiligung vor allem „Grüner“ Politiker – Umweltminister Franz Untersteller und seine Parteifreunde waren klimaneutral herbeigeeilt - mit dem üblichen abgedroschenen Vokabular angeblicher Klima- und CO2-Neutralität inszeniert hat.

So, wie es sich jetzt auch der EWS - Lobby-Verein EEKW (Erneuerbare Energien Kleines Wiesental) in der an den „Grünen“ Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann, ausgesprochenen Einladung wünscht, dem sein Vorstand, die umtriebige Klein Wiesentäler Gemeinderätin Patricia Fromm zuvor „im Namen der Vorstandschaft“ das eigene Leid geklagt hatte. Dass nämlich die Elektrizitätswerke Schönau, EWS, und ENERCON als Investoren seit Jahren mit Gutachten und weiteren Vorbereitungen für die Antragstellung beschäftigt seien und man nun „ratlos“ sei, „was den Ausbau der Windenergie bei uns und generell betrifft.“ Darüber und über die Zukunft der erneuerbaren Energien wolle man mit ihm reden. Dass u.a. allein die Ergebnisse des dort vor mehr als zwei Jahren erstellten Avifaunistischen Gutachtens die Windindustrie-Anlagen ausschließt, erwähnt die EWS-Lobbyistin nicht.

Um nicht falsch verstanden zu werden, hier werden nicht die Nutzer der Nahwärme kritisiert. Jeder sollte das Recht haben, den Weg zu gehen, den er gehen möchte. Das betrifft Häuslebauer wie auch diejenigen, die sich ihr Leben mit einer zentralen Heizung erleichtern möchten. Nein, es geht hier darum, dass diejenigen, die damit ihr Geld verdienen nicht herumschwurbeln sollten. Treffender: Sie sollten schlichtweg nicht lügen, den Menschen etwas vormachen oder Wesentliches vergessen, genauer: unterschlagen.

Deshalb sollten sich alle Beteiligten auf das Eigentliche besinnen. Und eben dies findet sich in den Fakten, die wir uns zur Beurteilung zur Nahwärme in Neuenweg von Peter Maier, dem ehemaligen Innungsobermeister der Sanitär-Heizungs-Klima-Innung Lörrach haben erläutern lassen. Er hält von den bestehenden über 50 Häusern im Klein Wiesentäler Ortsteil Neuenweg aufgrund der Topografie und der üblichen Erfahrungen einen Anschluss von ca. 60% der Gebäude für realistisch, also ca. 33 Gebäude. Zur erforderlichen Heizlast der Wärmezentrale setze er eine mittlere Heizlast von 20 kW/Gebäude an. Es müsste also eine Heizlast von 660 kW bereitgestellt werden. Tatsächlich eingebaut ist eine Heizlast des Hackgutkessels mit 200 kW. Der Hackgutkessel würde also bei einer vollständigen Nahwärmenetzversorgung lediglich ~30% der Heizlast decken.

Wäre da nicht noch der „Große Unbekannte“, der Ölheizkessel mit 455 kW – was für ein Glück aber auch!! So fragt sich der unbedarfte Betrachter: Warum ist die Heizkraft des ansonsten doch so verruchten Ölheizungskessels denn beinahe doppelt so groß wie der Holzschnitzelkessel, mit dem man den Leuten ganz offensichtlich den Durchblick vernebelt??

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass sich bei den derzeit angeschlossenen Häusern keines der Gemeinde Kleines Wiesental wiederfindet. Und darüber hinaus, dass bei dieser in den Medien sogenannten „Nahwärme-Erfogsstory“ aktuell 7 angeschlossene Gebäude, davon anscheinend 5 Einfamilienhäuser (20 kW Heizlast angesetzt) und 2 größere Gebäude (40 kW Heizlast angesetzt), der Heizlastbedarf dann bei 180 kW liegt. Bei dieser Heizlast könnte ein reiner Hackgutkesselbetrieb betrieben werden. Vorausgesetzt, der Hackschnitzelsilo stünde nicht unter Wasser….  Selbst, wenn dies nicht der Fall wäre, steht doch fest: Ein wirtschaftlicher Betrieb kann so aber nicht erreicht werden, da der Wärmespeicher und das Rohrnetz für die Vollauslegung betrieben werden müssen, auch wenn nur 7 Gebäude versorgt werden. Ökologisch damit erst recht nicht. Bei Netzvollanschluß müsste eindeutig der Ölheizkessel die Hauptlast übernehmen, von einer ökologischen Wärmeversorgung kann dann auf keinen Fall gesprochen werden.

So sieht´s aus. Und das nicht nur in Neuenweg. In den Ortsteilen Tegernau und Wies sieht die Wirklichkeit kaum anders aus: OFFENSICHTLICH WIRD HIER VIEL KOHLE MIT ÖL GEMACHT.

                                                               Offener Brief

                                          Von Harald Senn, Kleines Wiesental

Noch nie in der Geschichte der Orte im Kleinen Wiesental hat es einen Verein gegeben, dessen Interesse es war, die Bevölkerung derart zu spalten, wie es die EEKW nun wiederholt tut.

Der Verein, dessen Gründungsmitglied ich einst war, ist mit der jetzigen Führungsriege und vor allem der Vorsitzenden Patricia Fromm, die sich in allen Medien profilierungssüchtig als Frontfrau darstellt, zu einem parteipolitischen und nur zum Wohle der EWS agierenden Gremium geworden.

Das damalige Ziel des Vereines war es, umweltfreundliche Ressourcen in der Gemeinde zu lokalisieren, aufzuzeigen und Nutzungsmöglichkeiten darzustellen. Zusammen mit Frau Jacqueline Dumont in der Gemeindeverwaltung habe ich damals versucht, sämtliche Solaranlagen, Holz- Pellets- und Hackschnitzel Heizungen, Wärmepumpen usw. ausfindig zu machen, um darzustellen, dass die Gemeinde schon jetzt ein Bioenergie-Dorf ist. Dazu gehörten auch die Untersuchungen der Nutzung der Thermalquelle in Bürchau und der Klein-Wasserkraftwerke.

Der Bürgermeister hatte damals schon nicht sehr viel übrig für dieses Vorgehen und mit dem Weggang von Frau Dumont hatte niemand in Gemeindeverwaltung Interesse, diese Projekte weiter zu verfolgen. Im Nachhinein ist mir auch klar warum! Es wurden auch unter der Leitung des verstorbenen Heiner Fabry, mit dem ich mich schon zu seinen Lebzeiten überworfen habe, nur Projekte unterstützt, bei denen die EWS viel Geld verdienen kann.

In Amerika müssen Ureinwohner ihre Heimat gegen Frackingpläne der Ölkonzerne verteidigen. Im Kleinen Wiesental haben wir die Naturzerstörer unter dem Deckmantel der Weltenretter aus Schönau und dem Verein EEKW in den eigenen Reihen.

Realität ist:

Keine der heute gebauten Windindustrieanlagen wird in ihrer 20-jährigen Betriebszeit dem Wald, der jetzt zu sehen ist, eine Verbesserung der Temperatur - und Trockensituationen bringen. Für den Wald bedeutet das, dass jeder großflächige Eingriff, der zur Bodenverdichtung und Austrocknung der Randgebiete und zu weiteren Angriffspunkten für Windbruch führt, zur Versiegelung von Wasserquellen und zur Temperaturerhöhung der gerodete Waldflächen führt, unterlassen werden muss.

Aber:

Überall agieren Forstämter gegen den Schutzauftrag, den sie für die Wälder haben.
(Zitat von Peter Wohlleben) Warum? Weil sie auf Druck der Windkraftinvestoren von ihren vorgesetzten Regierungspräsidien und Landesregierungen dazu gezwungen werden und nicht aus waldbaulicher Sicht handeln dürfen.

Wenn die elektrotechisch, physikalische Stabilität der Deutschen und Europäischen Stromversorgung nur mit den geplanten 9 Windindustrieanlagen am Zeller Blauen nachweislich gewährleistet werden kann, dann muss darüber entschieden werden.

Diesen und andere bewaldete Landstriche in vorauseilendem ideologischen Gehorsam einer Natur zerstörenden Technik zum Wohle der EWS zu opfern, ist im jetzigen Stadium nicht akzeptabel.

Wir leben in einer Region, in der schon vor über 100 Jahren die Elektrifizierung Deutschlands mit realem Ökostrom begonnen hat. EWS aber etikettiert Graustrom mit Aufklebern aus Norwegen nur um.

70% bis 80% des physikalischen Stromes aus den Steckdosen im Netzbereich der ED Rheinfelden kommen nachweislich jetzt schon aus regenerativen Quellen, wie Wasserkraft, Biogas und Solarenergie. So funktioniert realer Ökostrom, der im Südschwarzwald aus den Steckdosen kommt, schon seit über 100 Jahren.

Die Stromgewinnung durch Wasserkraft ist eines der umweltfreundlichsten Verfahren. Die nicht versiegende und erneuerbare Energiequelle produziert im laufenden Betrieb keine CO2-Emissionen und ist weniger wetterabhängig als Sonnen- oder Windenergie.

Die Energiegewinnung aus Wasserkraft begann im gesamten Südwesten vor über 100 Jahren.
Im südlichen Schwarzwald produzierte bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts das Wasserkraftwerk Mambach elektrischen Strom für die ortsansässigen Textil- und Papierindustrie. Insgesamt liefern heute an den Flüssen Wiese, Wehra, Murg und Gutach 17 Kleinkraftwerke NaturEnergie-Strom aus erneuerbaren Energien für über 7000 Haushalte.

Am Hochrhein erzeugt das Laufwasserkraftwerk Laufenburg seit 1914 Strom. Der Bau der quer zum Fluss stehenden Anlage zwischen 1909 und 1914 war ein architektonisches und flussbauliches Wagnis. Es war auch eine der Initialzündungen für das Unternehmen Energiedienst und die Marke NaturEnergie. Noch heute gilt Laufenburg als klassisches Vorbild für moderne Laufkraftwerke.

Das Kraftwerk am Hochrhein versorgt rund 190000 Haushalte mit nachhaltigem Strom aus 100 Prozent Wasserkraft. Die Produktion ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch transparent. Alle Produkte der Marke NaturEnergie sind vom TÜV-Nord geprüft und zertifiziert.

Ökologisches Engagement – NaturEnergie produziert im Einklang mit der Natur.
Der Bau und Betrieb eines Laufwasserkraftwerkes ist ein Eingriff in die Natur. Das Unternehmen Energiedienst, das den NaturEnergie-Strom erzeugt, ist sich allerdings seiner Verantwortung bewusst und gleicht die Veränderungen in der Fauna und Flora durch ökologische Maßnahmen aus.

Fische sollen sicher und wohlbehalten zu ihren Laichgebieten, Futterplätzen oder Winterquartieren wandern können. Dafür werden sogenannte Umgehungsgewässer realisiert und alle Rheinkraftwerke haben zum Beispiel Fischaufstiegshilfen wie Fischtreppen oder einen Fischlift. Gemeinsam mit den ortsansässigen Fischereivereinen wird bei Fischzählungen die Wirkung der Maßnahmen überprüft.

Das Unternehmen kümmert sich auch um den natürlichen Übergang von Wasser zu Land und den Schutz der ufernahen Lebensräume. Für bestehende Biberpopulationen werden gezielt Weiden gepflanzt. Bereits benagte Bäume bleiben stehen. Schützenswerte Altbäume werden mittels Drahtgeflechten vor den Nagern geschützt. Installierte Holzrampen an den Ufermauern ermöglichen den Tieren, den Fluss zu verlassen und das Kraftwerk an Land zu passieren. So entstehen Verbindungen zwischen den Biberpopulationen im Ober- und im Unterwasser.
Und es gibt bei einem Wasserkraftwerk auch positive Nebeneffekte für die Umwelt. Über große Rechen wird das sogenannte Geschwemmsel aus dem Flusswasser gefiltert – das sind Laub, kleinere Ästen bis hin zu ganzen Bäumen und Abfälle wie PET-Flaschen, Fahrrädern oder Fußbälle. Die Pflanzenreste werden verwertet und der Müll umweltgerecht entsorgt. Das Flusswasser wird so jährlich von mehreren Tonnen Unrat befreit.

Empfehlung aus BZ-Smart: Wasserkraft liefert saubere Energie
https://www.badische-zeitung.de/wasserkraft-liefert-saubere-energie

Erst wenn andere Regionen auch soweit sind, dann besteht weiterer Handlungsbedarf.

Menschen sind eigentlich vernunftbegabte Kreaturen.
Warum glauben vernünftige Menschen den Parolen ideologischer Parteien mehr als den physikalischen Gesetzmäßigkeiten und den elektrotechnischen Gegebenheiten bei der Stromerzeugung, Stromspeicherung und der Stromübertragung?

Harald Senn

Admin - 17:54:51 @ Neuigkeit