SchwarzwaldGegenwind
Gegen die Zerstörung der Heimat

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2018-05-15

Die sogenannten Info-Märkte der EWS – eine schlichte, unkritische Werbe-Show

Was wissen wir jetzt mehr?

Worum ging es auf den sogenannten Info-Märkten der EWS? Es ging und geht leider immer noch um das Errichten von Windkraftwerken im Wald, auf den Höhenzügen des Schwarzwalds, genau genommen, erst einmal auf dem Höhenzug des Zeller Blauen, der das Kleine vom Großen Wiesental trennt. Und, so hörte man von dem an Klima- und damit Weltrettung offensichtlich maßgeblich beteiligten strommakelnden Unternehmen EWS, das müsse so schnell wie möglich passieren.

“Nur noch 18 Jahre haben wir dafür Zeit” und “mehr Zeit haben wir nicht”. So lauteten die Thesen. Wofür genau, blieb offen.

Früher war es jedenfalls der 30. Mai, der für den Weltuntergang als Fixdatum besungen wurde. Sollte dies etwa der ernste Hintergrund für die mit bedenklichem Stirnrunzeln vorgetragene Befürchtung gewesen sein?

Nun, EWS und die Gründerfamilie scheinen da ja etwas mehr Spielraum zu sehen. Hat sich der Vertreter der älteren Generation, Gründervater Michael Sladek,  altersweise mit den 18 Jahren schon sehr präzise entschieden, so scheint sich die jetzt nachfolgende Generation noch nicht genau festlegen zu wollen. Immerhin gelangt auch sie, wie durch Nachfolger Sebastian Sladek bedenkenschwanger zum Ausdruck gebracht, zu der Überzeugung, dass „nicht mehr viel Zeit bleibt“.

Vielleicht ist es ja aber auch gar nicht die Angst vor dem Weltuntergang oder vor der Ankunft der Holländer, wie zuweilen vom Klein Wiesentäler Bürgermeister Schönbett befürchtet wird.
Denn vielleicht ist es ja auch nur ein großes Missverständnis und EWS wird lediglich von der Befürchtung umgetrieben, nicht mehr rechtzeitig, nämlich durch zu spätes Errichten der Windkraftwerke, sich aus den heute noch prallen Fördertöpfen bedienen zu können (natürlich auf Kosten aller Stromverbraucher!). Wer weiß das schon!

Zum Glück aller waren es  nicht nur düstere Auguren-Klänge, die da in Zell, Fröhnd und Bürchau vernommen wurden. Nein, auch Positives gab es zu vermelden, denn jetzt wissen wir aus berufenem Mund, dem des Herrn Michael Sladek, seines Zeichens promovierter Mediziner, dass Infraschall nach 700 Metern kaum noch messbar und wahrzunehmen ist. Mehr noch, jeder Mensch brauche Infraschall. Als quasi Lebenselixier? Nun ja, dies blieb offen, denn die besten Fragen fallen einem ja immer erst ein, wenn´s zu spät ist.

Dafür wissen wir jetzt sicher, dass laut besagtem älteren Herrn die Windkraft nur eine Brückentechnologie ist, von der man in zwanzig Jahren nicht mehr sprechen wird. Ja, und die dafür jetzt in Wald und Flur und auf den Bergen angerichteten Kahlschläge? “Ach, was denken Sie, die Natur erholt sich viel schneller als sie denken. Das dauert keine zwanzig Jahre.” Soweit die ebenso berufene Auskunft.

Gut also, dass wir das jetzt alles wissen. Sollten doch die „Info-Tage“ tatsächlich der Versachlichung dienen. So jedenfalls las es der von EWS beauftragte Mediator und Moderator Ruthard Hirschner (”seien Sie kritisch, bleiben Sie fair!”) den, man möchte meinen, handverlesenen circa 30 Besuchern auf allen drei Veranstaltungen in seiner Begrüßungsanrede vor.

Ob eine Versachlichung nun allerdings mit dem Schüren von Ängsten oder mit platten, unbegründeten Losungen erzielt werden konnte, ist eher zu bezweifeln. Vielleicht wäre es also besser gewesen, hätte der Herr Hirschner seinem Auftraggeber EWS die Leviten gelesen. Denn fair war es mitnichten, mit einer tendenziösen Werbeveranstaltung den Eindruck von Objektivität beim Publikum erwecken zu wollen. Dass dabei die Bürgermeister Schönbett und Palme dieses scheinheilige Spiel mitgemacht haben, verwundert eher nicht.

Mehr allerdings verwundert dann doch der Werdegang der EWS. Denn wie sagte es anlässlich der jetzt stattgefundenen Unterzeichnung eines Sponsorship-Vertrages im Rahmen der Info-Offensive des Unternehmens der Vorstand Sebastian Sladek:  „Die EWS ist seinerzeit als bescheidene Genossenschaft in Schönau gestartet…“

Die nicht etwa durch die Gemeinden eingeladene Bürgerinitiative hatte also allen Grund einer solchen unaufrichtigen Show kritisch gegenüberzustehen. Nein, fair waren diese PR-Veranstaltungen keineswegs. Sie waren schlicht einseitig. Daran ändert auch die Teilnahme und der objektive Beitrag des Fachbereichs Umwelt des Landratsamtes Lörrach nichts. Denn auch dort konnte aufgrund noch nicht vorliegender Sachverhalte zum Planungsstand eben nicht die vielfach angekündigte Aufklärung stattfinden.

Und für Dialoge und kontroverse Diskussionen sorgten im wesentlichen die Vertreter der BI SchwarzwaldGegenwind. Denn die waren jeweils vor Ort – auch ohne Stand, aber mit eigenem durchaus objektivem Standpunkt.

Bleibt noch die Frage einer Bürgerin aus Bürchau, die den Reden und Sprüchen aus dem Hause EWS aufmerksam gelauscht hatte. Dort hieß es nämlich, man wolle die Nähe der Bürger suchen: “Meinen die mit den Windkraftwerken?”

Admin - 18:43:41 @