SchwarzwaldGegenwind
Gegen die Zerstörung der Heimat
 

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2020-01-13

Zwei Veranstaltungen – zwei Welten

Wie sehr ein und dasselbe Thema, die von ein und denselben Projektoren, an ein und demselben Standort geplanten Windkraftwerke, in den Darstellungen von Nutznießern und ihnen die Fahne haltenden Mitläufern und Ideologen einerseits, den hiervon Betroffenen und sachbezogenen Fachleuten andererseits, voneinander abweichen können, offenbarte sich in der vergangenen Woche im Südschwarzwald.

Im Kleinen Wiesental hatte die dort ansässige BI SchwarzwaldGegenwind, die Regionalgruppe des Vereins Schwarzwald Vernunftkraft, zu einer Informationsveranstaltung mit dem überregional weithin bekannten Landschaftsarchitekten Ulrich Bielefeld im Gasthaus Maien im Ortsteil Neuenweg eingeladen. Und erneut erwies sich die in schönster Lage - direkt gegenüber dem von Windkraft bedrohten Höhenzug des Zeller Blauen - befindliche Lokalität als zu klein für das große Interesse des Publikums, das sich dadurch nur auf einhundertzwanzig Teilnehmer beschränken musste.

In einem buchstäblich überwältigenden einstündigen Vortrag beleuchtete der Überlinger Landschaftsplaner die Auswirkungen der Windkraft vor dem Hintergrund des neuen Windatlanten des Landes Baden-Württemberg. In beeindruckender Weise wurden dabei nicht nur die Folgen durch und durch begründet mit realen Fotos und fachlich, wie auch amtlich anerkannten Montagen verdeutlicht. Ebenso eindringlich und gleichermaßen entlarvend wurden die vielerorts nachweisbaren, unfassbaren rechtlichen Versäumnisse bei der Windkraftplanung aufgezeigt. Ein Ausblick in die völlig unzulänglich konzipierte Energiewende mit den aus den Statistiken von Betreibern entnommenen Strom-Ertragsdaten vervollständigte das Bild einer vermeintlichen Stromwende, die noch nicht einmal dieses Attribut für sich in Anspruch nehmen kann.

Es war ein sachlicher, nüchterner Blick in eine Welt, die von der Gegenseite, Ideologen, Politikern, Unkundigen, wie gesinnungsmäßigen Gefolgsleuten einäugig und unkritisch als „unsere Zukunft“ bezeichnet und verkauft wird. Umso weniger überraschte der Ausspruch des mit Ehefrau Ursula und Sohn Sebastian anwesenden Gründers der Schönauer „Elektrizitätswerke“, EWS, Michael Sladek: “Der macht uns unsere ganze zukünftige Elektrowelt kaputt”. Eine Bemerkung, die deutlich macht, wie wenig man sich bei EWS der Grenzen der Physik bewusst ist. Um Denkbares machen und umsetzen zu können, kann zuvor nur über Machbares gedacht und geforscht werden. Wunschdenken ist zwar erlaubt, es vernebelt aber jede reale Vorstellung und gibt mit nicht realisierbaren Zielen nur denen recht, die am alten Weg der Energieversorgung festkleben.

Zu sehr wogen die im Vortrag aufgezeigte Realität und Fakten, zumal sie, wie erwähnt, das Abbild der verfügbaren Daten aus der Welt der Betreiber von Windkraft-Anlagen widerspiegelten. Es war dann wohl diese Ernüchterung, die im Hause Sladek zu dem Entschluss führte, sich in der an den Vortrag anschließenden knapp zehnminütigen Pause grußlos zu verabschieden. Denn mit Beginn der anschließenden lebhaften Diskussion war von der gesamten Familie in Gänze niemand mehr zu sehen. Sehr zum Leidwesen der Anwesenden, hatten sie sich doch, das wurde sehr deutlich geäußert,  auf einen in vielerlei Hinsicht erhellenden verbalen Austausch mit der sich allzu gerne als Missionare und Weltenretter der Elektrowirtschaft öffentlich darstellenden Familie gefreut. Einmal mehr wurde deutlich: Fakten zählen. Und in aller Öffentlichkeit ausgesprochen, bringen sie vor allem diejenigen zum Schweigen, die sich in ihren Netzwerken vor „erlesenem“ Publikum mit falschen Federn schmücken. Die mit Attributen als Ökostromler bei denjenigen punkten und abkassieren, denen sie etwas vormachen konnten. Denen aufgrund einer skandalösen Gesetzeslage mit dem Erneuerbare Energien Gesetz, EEG, eine Schimäre vor Augen geführt werden kann und darf. Die offensichtlich vielfach nicht verstehen können oder wollen, dass die legale Graustromwäsche keinen „Ökostrom“ herbeizaubern kann. Nicht aus dem Schwarzwald, erst recht nicht aus Schönau.

So war es denn vom Gemütszustand her einfacher für die Familie Sladek, anstatt sich unangenehmen Fragen auszusetzen, tags drauf zur gemeinsamen Veranstaltung des Bürgermeisters der Gemeinde Kleines Wiesental mit dem salongrünen MdB-Nachrücker, Gerhard Zickenheiner mit ihrer Führungsriege vielzählig zu einer quasi Geschäftsführer- oder Vorstandssitzung zu erscheinen.   

Die dortige Veranstaltung lief dann auch in üblich übler Weise mit der Darstellung apokalyptischer Bilder eines drohenden Weltuntergangs. Mit bösen Zuweisungen an die Gegner einer Stromwende, die, wie oben dargestellt und wie sie deren Profiteure und ihre Vasallen in Politik und Gesellschaft leichtfertig dem Publikum verkaufen möchten, allein aus physikalischen Gründen nicht funktionieren kann.

Dies alles hindert politische Mandatsträger, wie etwa den Architekten Zickenheiner, Die Grünen, nicht, mit horrender Angstmache die in seiner Partei so gerne praktizierte Hysterie zu schüren und dabei jegliche sachbezogene Diskussion zu vermeiden. Denn wie einfach ist es, unsubstantiiert pauschale nicht begründete Sprüche rauszuhauen und jedweden Nachweis zu vermeiden.

Schlimmer noch, mit einem Bashing gegen Widersacher, Betroffene und Andersdenkende trat dort ein Politiker einer Oppositionspartei im Bund auf, dem man - paradoxerweise - die Nähe zur Macht anhören konnte.

Mit MdB Zickenheiner (Die Grünen) und der Gemeinderätin Fromm heraus aus der Wohlfühlzone und in den sauren Apfel beißen  

So ist das mit der geliehenen „Kompetenz“, die bei denjenigen, die sie von ihren Institutionen, Unternehmen oder Parteien verliehen bekommen haben und die bei diesen  Leihnehmern gerne zu Wahrnehmungsverschiebungen führen. Denn weder erhebt die Teilhabe am bundespolitischen Geschehen einen schlichten Abgeordneten in den Rang eines Experten (was ohnehin allzu leichtgläubig beim Publikum angenommen wird), schon gar nicht erlaubt es ihm, als Moral- und Meinungswächter gegenüber Widersachern aufzutreten. Denn inwiefern etwas „tolerierbar ist“, entscheiden zum Glück hierzulande noch die Institutionen der Rechtsprechung, nicht ein Politiker namens Zickenheiner.  Allzu sehr erinnert dies an die dunkleren Seiten deutscher Geschichte. Soweit dessen Kommentar zum öffentlichen Auftritt der BI.

Seine übrigen Floskeln führten dann noch zu einer Schelte, vermutlich aller Bauherren und deren Bebauung zwischen Lörrach und Zell. Denn die, so der Geschmack und die Logik des Architekten Zickenheiner, wäre schlimmer als die Bebauung von Windkraft-Industrieanlagen auf dem Berg. Ein mittlerweile nicht mehr seltenes Statement eines Repräsentanten einer sich zwar so bezeichnenden, aber überwiegend inhaltlich ganz und gar nicht mehr „grünen“ politischen Partei:

Der von Windkraftanlagen ausgehende Schall ist für ein solches Gemüt  –  wen würde diese Feststellung überraschen -  denn auch kein Problem. Nein, es ist die zu große Sensibilität dafür. Wir müssen, so sagt es der Herr Zickenheiner, einfach aus unserer Wohlfühlzone raus, ohne größere Abstandsregeln, die nicht hinnehmbar seien, dann würden die WKA einfach zur Realität werden. So wie bei den Holländern, die haben ihre Windräder ja auch zur Gewohnheit werden lassen. Und überhaupt, schließlich „wurde der Schwarzwald früher schon mal entwaldet“.

Hätte nur noch die wohlmeinende Empfehlung gefehlt, dass die Bevölkerung Tulpen pflanzen oder vielleicht Käse produzieren sollte. Vielleicht einer der Grundgedanken des Ziegenzüchters Zickenheiner bei seinen Planungen vor zwei Jahren am Zeller Blauen.

So einfach ist es manchmal. Man muss nur mal drüber sprechen. Und natürlich Herrn Zickenheiner sein Ohr leihen. Der bescheinigt einem dann auch noch – quasi gratis als Schlusswort mit auf den Weg gegeben – dass für die Bewohner des Kleinen Wiesentals nicht die Windkraft, sondern der Populismus dort das Problem ist. Wen anders, wenn nicht die von ihm genannten Freunde der Windkraft, könnte der Herr Zickenheiner gemeint haben?

Das war es im Wesentlichen zum Sachbeitrag und der sich im Anschluss ergebenden Diskussion. Wären da nicht noch der Bürgermeister der Gemeinde, Gerd Schönbett, der mit einer neuen Meldung zumindest die ca. 20 von insgesamt 60 Anwesenden überraschte, dass doch sämtliche Entscheide im Kleinen Wiesental demokratisch gefallen seien. Vergessen hat er bei dieser Bemerkung, dass der Gemeinderatsbeschluss im Kleinen Wiesental zum Pachtvertrag mit den Investoren EWS und ENERCON wegen der Nicht-Einbeziehung des Ortschaftsrats durch die Kommunalaufsicht des Landkreises Lörrach für ungültig erklärt wurde. Folglich wurde also dieser zweifelhafte Vertrag nur von Herrn Schönbett persönlich unterzeichnet. Der Bürgermeister im Kleinen Wiesental hat, so sieht es nach unserer Information dort die Satzung vor, nur einen Handlungsrahmen von 2.500 Euro. Dies zur Glaubwürdigkeit und dem Erinnerungsvermögen des Herrn Bürgermeister Schönbett.

Die neben ihm ebenfalls einladende Lehrkraft Sonja Eiche, die sich gar nicht so wenig anmaßend als Sprecherin „für das Anliegen der Bürger*innen“ angekündigt hatte, sprach dann in den gewohnt „präzisen“ pauschalen Vorwürfen davon, dass „eine lautstarke kleine Gruppe mit Verleumdungen, schlimmen Beleidigungen und körperlichem Angriff Unfrieden in die Gemeinde bringt“. Sollte sie damit die vielen Mitglieder der BI gemeint haben, so stellt diese Bemerkung gemäß § 187 Strafgesetzbuch zumindest eine Verleumdung dar. Vielleicht sollte sie jemand einfach einmal danach fragen und auf mögliche Konsequenzen hinweisen.

Die “grüne” Gemeinderätin Patricia Fromm offenbarte dann in selbstloser Offenheit und mit ihren gewohnt frechflotten Sprüchen ihr Weltbild und brachte es erneut noch einmal auf den Punkt, der sich nach ihrer Darstellung außerhalb des von ihr erwähnten Tellerrandes befinden muss: Raus aus der Wohlfühlzone, liebe Bürgerinnen und Bürger! Jetzt wisst Ihr, wen Ihr gewählt habt.

Nun hätten wir um Haaresbreite einen vergessen, dessen Anwesenheit natürlich nicht übersehen werden darf. Herbert Beier, ehemaliger Bürchauer Bürgermeister und jetziger SPD – Kreistagsabgeordneter. In seiner geübten Rolle als Mann vom Fach inszenierte er sich in gewohnter und weithin bekannter Manier in seiner Schluss-Tirade. Skrupellosigkeit war diesmal sein Fachgebiet, die er dem Schreiber des Jahresrückblicks der BI attestieren wollte. Hingegen würde es sich bei den übrigen Mitgliedern der BI nur um Klugscheißer handeln.

Vielleicht war es einer dieser seltenen Momente des Herrn Beier, in denen er es sich gestattete, seine Mitbürger auf die gleiche Höhe seines Podestes treten zu lassen. Was diese überwiegend mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit jedoch ablehnen würden, in ihrer durchaus noch vorhandenen Erinnerung des hinlänglich bekannten Wirkens des Herrn Beier in der ehemals selbständigen Gemeinde Bürchau. Übrigens, auch über die Zeit seiner „Regentschaft“ hinaus. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

Zum Schluss noch in eigener Sache: So, wie es der zuvor zitierte MdB Zickenheiner bei der gemeinsamen Veranstaltung mit dem Klein Wiesentäler Bürgermeister geäußert hat, wird uns von Seiten derer, die sich mit der Windkraft Profit und Vorteile versprechen, die dazu beitragen, die Lebensqualität ihrer Mitbewohner in hohem Maße zu beschädigen, vorgeworfen, dass unser „Ton nicht hinnehmbar“ sei. Sie vergessen dabei, dass sie es sind, die den wesentlichen Akzent setzen. Die mit ihrem nachgewiesen hinterhältigen Tun, den ebenso von vielen von ihnen begangenen unrechtmäßigen Aktionen – ob Diebstahl oder Zerstörung -  den ebenso nachweislich bewusst und unbewusst fehlerhaften Planungen, den fehlenden oder falschen Abstimmungen, den Diffamierungen, Nachstellungen und Lügen uns, den Andersdenkenden Schaden zufügen.

Sie vergessen offensichtlich, dass wir sie, die wir sie kritisieren, nur bei ihrem Wort nehmen. Und, dass wir uns (noch) in einer offenen Demokratie befinden. Allerdings in einem Zustand, bei dem – blickt man, wie hier im Kleinen Wiesental auf die Fakten – nicht sicher sein kann, dass sie sich in guten Händen befindet. Wir werden diese Diskussion - nur unter Bezugnahme auf nachweisbare Fakten! - in aller Deutlichkeit im Rahmen des uns allen vorgegebenen Rechts weiterführen.

Einschüchterungsformulierungen und -versuche werden uns nicht davon abhalten. Im Gegenteil, so, wie dem im Klein Wiesentäler Ortsteil Bürchau vor wenigen Tagen stattgefundenen Vorgang einer Einschüchterung durch einen ortsansässigen Mitarbeiter der EWS, der die Häuser der Windkraftgegner mit den Transparenten der Bürgerinitiative fotografisch erfasste, werden wir jedem etwaigen widerrechtlichen Vorgehen rechtlich begegnen. Damit Recht Recht bleibt!

Admin - 06:19:08 @ Information